Warum Fliesen keine Kacheln sind

Die Geschichte der Kachelöfen ist mindestens genauso interessant und umfangreich, wie die der holländischen Fliesen.

Die Bezeichnung für Kachel „cacabus“ ist schon im Althochdeutschen „chachala“ nachweisbar und bedeutet Tontopf.

Die ältesten Bodenfunde von Kachelöfen stammen aus dem Mittelalter. Dort hat man keramische Kacheln in Topf- oder Schüsselform gefunden. Noch heute werden vor allem im südlichen Raum sogenannte Schüsselkacheln für Kachelöfen hergestellt, die an die Form dieser Tonschalen erinnern.

Sie wurden und werden auch in der Gegenwart noch durch drehen auf einer Scheibe getöpfert und durch Verformen des Randes in eine quadratische Form gezogen. Die erste Erwähnung stammt aus dem 7. Jahrhundert und berichtet von einem Kachelofen, der aus 250 Tontöpfen bestanden hat. Durch die Schalenform erhöht sich die Nutzfläche.

Die Oberfläche einer Schalenform ist größer, als die einer glatten nicht gewölbten und kann so mehr Wärme abgeben.

Im 16. Jahrhundert kamen dann die Blattkacheln auf, die man oft reich und prachtvoll bemalte. So hatte der Ofen im Zimmer nicht nur die Aufgabe der praktischen Form des Heizens, sondern erfüllte auch den Anspruch zu repräsentieren und einem Raum eine besondere Note zu geben.

Zusammengefasst heißt das: Die Kachel ist ein Bauelement von Kachelöfen, haben mit Wand- und Bodenfliesen nichts gemein. Fliesen an Wand und Boden, Kacheln nur im Kachelofen.

 

Quelle: Torsten Gebhard KACHELÖFEN Mittelpunkt häuslichen Lebens

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